

2. Auflage: Studienheft »Zeichentheoretische Grundlagen im Kommunikationsdesign«
Nach vier jahren habe ich mein erstes Studienheft für die DIPLOMA überarbeiten und erweitern können.
Die Erfahrungen aus dem Unterricht der vergangenen Jahre hat gezeigt, dass Ergänzungen in den Kapiteln Wahrnehmunspsychologie, Semiotik und Ästhetik erforderlich sind.
Dem Kapitel Wahrnehmungspsychologie wurde das wichtige Thema Aufmerksamkeit hinzugefügt. Außerdem wurde das Kapitel Gestalttheorie, das nur die von den Gründern der Gestalttheorie entdeckten, ›klassischen‹ Gestaltprinzipien beinhaltete, erweitert. Es umfasst jetzt auch neuere und neuste Gestaltprinzipien, die in den 1990er und 2010er Jahren durch Studien von u. a. Stephen Palmer und Baingio Pinna belegt wurden. Besonders spannend ist das von Pinna et al. entdeckte Prinzip der Kopplung bzw. Akzentuierung, das, anders als bei dem Prinzipien der Ähnlichkeit, die Unähnlichkeit als entscheidenden Faktor der Gestaltbildung erkennt.
Das Thema Semiotik verfügt nun über ein wichtiges Kapitel zu syntaktischen, semantischen und pragmatischen Aspekten des Sehens sowie zu Funktion und Bedeutung des Blicks.
Das große und wichtige, aber im Design oft vernachlässigte Thema ›Ästhetik‹ habe ich um die Kategorien des Komischen und des Interessanten ergänzt. Beim Komischen handelt es sich natürlich um eine uralte Kategorie, die nicht nur eine ästhetische Dimension besitzt. Sie wird anhand von Henri Bergsons berühmten Aufsatz »Das Lachen« (1900) vorgestellt. Das Interessante hingegen ist erst in unserer Gegenwart zum geradezu inflationär gebrauchten Werturteil aufgestiegen, dessen Spektrum von ›gerade mal interessant‹ bis ›höchst interessant‹ reicht, und dessen Bedeutung für die gestalterische Praxis kaum zu überschätzen ist.
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