Wenn man die Unterrichtsräume für die Wissenschaften stärker den eigenartigen Lebensräumen arbeitender Wissenschaftler angleicht – voll vom Humor wilder Hypothesen, mitsamt der Heiterkeit unkonventioneller Vorgehensweisen und dergleichen mehr –, zahlt sich das schnell in Gestalt besserer Ergebnisse aus. Zu lernen, ein Wissenschaftler zu sein, ist nicht dasselbe, wie eine Wissenschaft zu lernen: es bedeutet vielmehr, sich eine Kultur anzueignen, mit all den damit verbundenen, „nicht-rationalen“ Sinnbildungen und Bedeutungkonstruktionen, die zu einer kulturellen Praxis gehören.
Jerome S. Bruner, Vergangenheit und Gegenwart als narrative Konstruktionen,
in: Straub, Jürgen (1998), Erzählung, Identität und historisches Bewusstsein, Suhrkamp, S. 51–52.



